Nebelheym Wiki
(Die Seite wurde neu angelegt: „'''Der Schwarze Krieg''' war ein auf dem ganzen Kontinent geführter Konflikt der bisherigen dominanten Macht Regalsther und dem rebellierenden Verbund der…“)
Markierung: Visuelle Bearbeitung
 
Markierung: Visuelle Bearbeitung
Zeile 1: Zeile 1:
 
'''Der Schwarze Krieg''' war ein auf dem ganzen Kontinent geführter Konflikt der bisherigen dominanten Macht [[Regalsther]] und dem rebellierenden Verbund der östlichen Industriestädte mit [[Landrons]] an ihrer Spitze. Dieser Krieg betraf alle Regionen und Bevölkerungsschichten und prägte sich tief ins Gedächtnis der Menschen von [[Nebelheym]].
 
'''Der Schwarze Krieg''' war ein auf dem ganzen Kontinent geführter Konflikt der bisherigen dominanten Macht [[Regalsther]] und dem rebellierenden Verbund der östlichen Industriestädte mit [[Landrons]] an ihrer Spitze. Dieser Krieg betraf alle Regionen und Bevölkerungsschichten und prägte sich tief ins Gedächtnis der Menschen von [[Nebelheym]].
   
Am 27. März 879 YK wurde der abgesetzte Statthalter Jonah Pattrick Fitzpatterick durch den Rat der Stadt Landrons zum Tode durch Erhängen verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet. Es wurde versucht, alle königstreuen Boten in Gewahrsam zu nehmen. Dies misslang und die Hauptstadt erfuhr ca. eine Woche später davon. Der Rat nutzte seine in den vergangenen Jahrzehnten aufgebauten Verbindungen, um die Aufstellung und Mobilmachung eines Heeres zu koordinieren. Vor allem und zuerst mussten jedoch die Garnisonen des königlichen Heeres besetzt und geräumt werden. Zu dieser Zeit traten die vielen Untergrundorganisationen zu Tage, die sich bereits lange vor der Ankunft der Fremden geformt und vernetzt hatten. Bevor die Statthalter und Offiziere der königlichen Armee Befehle erreichen konnten, wurden sie abgesetzt, entwaffnet und sie und ihre Soldaten provisorisch inhaftiert. Vielerorts, wo die Soldaten aus der Umgebung zwangsrekrutiert worden waren, kam es zu Überläufen ganzer Kompanien. Insgesamt verlor Regalsther über 350.000 Soldaten, mehr als die Hälfte lief über. In Ermangelung ausreichender Ressourcen, die zu Anfang des Konflikts bereitstanden, entkam jedoch der größte Teil der Inhaftierten und fand nach und nach seinen Weg in den Westen.
+
Am 27. März 879 YK (43 NE) wurde der abgesetzte Statthalter Jonah Pattrick Fitzpatterick durch den Rat der Stadt Landrons zum Tode durch Erhängen verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet. Es wurde versucht, alle königstreuen Boten in Gewahrsam zu nehmen. Dies misslang und die Hauptstadt erfuhr ca. eine Woche später davon. Der Rat nutzte seine in den vergangenen Jahrzehnten aufgebauten Verbindungen, um die Aufstellung und Mobilmachung eines Heeres zu koordinieren. Vor allem und zuerst mussten jedoch die Garnisonen des königlichen Heeres besetzt und geräumt werden. Zu dieser Zeit traten die vielen Untergrundorganisationen zu Tage, die sich bereits lange vor der Ankunft der Fremden geformt und vernetzt hatten. Bevor die Statthalter und Offiziere der königlichen Armee Befehle erreichen konnten, wurden sie abgesetzt, entwaffnet und sie und ihre Soldaten provisorisch inhaftiert. Vielerorts, wo die Soldaten aus der Umgebung zwangsrekrutiert worden waren, kam es zu Überläufen ganzer Kompanien. Insgesamt verlor Regalsther über 350.000 Soldaten, mehr als die Hälfte lief über. In Ermangelung ausreichender Ressourcen, die zu Anfang des Konflikts bereitstanden, entkam jedoch der größte Teil der Inhaftierten und fand nach und nach seinen Weg in den Westen.
   
 
Alle Industriebetriebe wurden auf die Produktion von Kriegsgütern umgestellt. Die Eisenbahnstrecken wurden massiv und schnell ausgebaut. Ein entscheidender Faktor war die Produktion von Holzkohle. Vor dem Krieg konnte von den Westhängen des Roten Gebirges Steinkohle eingekauft werden. Diese Quelle fiel nun weg. Die ohnehin gestiegene Abholzung der Wälder nahm hierdurch nochmals stark zu. Erze waren auch auf der Ostseite des Gebirges in großen Mengen vorhanden.
 
Alle Industriebetriebe wurden auf die Produktion von Kriegsgütern umgestellt. Die Eisenbahnstrecken wurden massiv und schnell ausgebaut. Ein entscheidender Faktor war die Produktion von Holzkohle. Vor dem Krieg konnte von den Westhängen des Roten Gebirges Steinkohle eingekauft werden. Diese Quelle fiel nun weg. Die ohnehin gestiegene Abholzung der Wälder nahm hierdurch nochmals stark zu. Erze waren auch auf der Ostseite des Gebirges in großen Mengen vorhanden.
Zeile 9: Zeile 9:
 
In den ersten Monaten des Krieges nutzte das Königreich seine starke Position aus und eroberte viele abgespaltene Gebiete südlich des Roten Gebirges. Große Gefechte gab es dabei kaum. Die Hauptanstrengungen der Maschinenallianz galten der Sicherung von Ressourcen. Man war sich bewusst, ein offenes Gefecht gegen die zahlenmäßig überlegenen Truppen Regalsthers nicht gewinnen zu können. Der Plan war, den Vormarsch zu stoppen indem man den Vorteil der inneren Linie und des Verteidigers ausnutzt, ohne die unersetzlichen Industriestädte östlich des Roten Gebirges zu verlieren. Anschließend sollte der Status Quo gehalten werden, um den Krieg unrentabel für Regalsther zu machen und das Königreich in einen Verhandlungsfrieden zu zwingen. Es ist fraglich, ob sich der König auf solche Verhandlungen eingelassen hätte, da für ihn ausschließlich die vollständige Rückeroberung in Frage kam. Schlussendlich verlief der Krieg aber anders, als von beiden Parteien vorausgesehen.
 
In den ersten Monaten des Krieges nutzte das Königreich seine starke Position aus und eroberte viele abgespaltene Gebiete südlich des Roten Gebirges. Große Gefechte gab es dabei kaum. Die Hauptanstrengungen der Maschinenallianz galten der Sicherung von Ressourcen. Man war sich bewusst, ein offenes Gefecht gegen die zahlenmäßig überlegenen Truppen Regalsthers nicht gewinnen zu können. Der Plan war, den Vormarsch zu stoppen indem man den Vorteil der inneren Linie und des Verteidigers ausnutzt, ohne die unersetzlichen Industriestädte östlich des Roten Gebirges zu verlieren. Anschließend sollte der Status Quo gehalten werden, um den Krieg unrentabel für Regalsther zu machen und das Königreich in einen Verhandlungsfrieden zu zwingen. Es ist fraglich, ob sich der König auf solche Verhandlungen eingelassen hätte, da für ihn ausschließlich die vollständige Rückeroberung in Frage kam. Schlussendlich verlief der Krieg aber anders, als von beiden Parteien vorausgesehen.
   
Im Winter 879 YK kam es zur Schlacht bei Hunter's Den. Der Ort, etwa 50 km südwestlich von Landrons gelegen, wurde frühzeitig von der Maschinenallianz ausgewählt, um den Vormarsch der königlichen Truppen zu stoppen, da das Gelände als besonders günstig erachtet wurde. Die Schlacht dauerte über 7 Monate. Anfang des Sommers 880 YK wurden die, für beide Seiten, verlustreichen Angriffe auf die Allianz-Stellungen ohne Raumgewinn beendet.  
+
Im Winter 879 YK (43 NE) kam es zur Schlacht bei Hunter's Den. Der Ort, etwa 50 km südwestlich von Landrons gelegen, wurde frühzeitig von der Maschinenallianz ausgewählt, um den Vormarsch der königlichen Truppen zu stoppen, da das Gelände als besonders günstig erachtet wurde. Die Schlacht dauerte über 7 Monate. Anfang des Sommers 880 YK (40 NE) wurden die, für beide Seiten, verlustreichen Angriffe auf die Allianz-Stellungen ohne Raumgewinn beendet.
  +
  +
Diese Errungenschaft wurde in den Städten der Allianz gefeiert. Die Strategie, Verhandlungen zu erzwingen, indem man nur nicht verlor, schien aufzugehen. Es wurden Diplomaten geschickt, die die Gespräche aufnehmen sollten. Sie kehrten jedoch nicht nach Landrons zurück. Der König ließ die Gesandten hinrichten und befahl seinen Generälen, die Angriffe zu verstärken. Aus seiner Sicht musste ganz Nebelheym wieder eingenommen werden.
  +
  +
Der Konflikt wandelte sich in einen ausgeprägten Stellungskrieg. Es zogen sich Gräben vom Roten Gebirge, bis an die Ostküste. In der Folge wurden hauptsächlich von der Seite des Königreiches, viele Angriffe ausgeführt. Diese versandeten jedoch sämtlich. Die Frontlinie verschob sich in den nächsten 14 Jahren niemals mehr als 200 Meter.
  +
  +
Während dieser Periode entwickelte sich die Versorgung der östlichen Industrie mit Kohle zu einem massiven Problem. Ohne günstige Kohle aus dem Westen, musste die hochwertige Holzkohle, die eigentlich für die Stahlproduktion benötigt wird, zum Heizen verwendet werden. Die extrem gesteigerte Produktion führte zu erheblicher Rodung der Wälder im Norden. Hierdurch wurden die Baumbestände knapp und immer schwerer erreichbar.
  +
  +
Eine entscheidende Entdeckung gelang, als es fast zu spät war. Die Kohleversorgung wurde in Teilen bereits rationiert, als im Südosten Nebelheyms Braunkohle entdeckt wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Ländereien südlich der Steppen vom Krieg nur indirekt betroffen. Von dort wurden hauptsächlich Soldaten eingezogen. Die Maschinenallianz besetzte die ausgedehnte Halbinsel an der Südostküste und baute unmittelbar danach bereits Kohle im großen Stil ab. In der Zeit danach wurde die Region Schauplatz einiger heftiger Gefechte. Auch im östlichen Golf fanden Kämpfe statt, hier zwischen den Flotten der Gegner. Landrons konnte schlussendlich die Versorgung mit Kohle sicherstellen und stabilisierte die Lage damit wieder.
  +
  +
Mit fortschreitender Zeit wurden neue Möglichkeiten gesucht, die festgefahrene Front in Bewegung zu setzen. Auf wiederholtes Drängen einer Ingenieursgruppe in Landrons wurde schließlich ein Programm finanziert, dass die Entwicklung eines Luftschiffes zum Ziel hatte. Es gab dazu schon deutlich früher Versuche, die teils in katastrophalen Misserfolgen endeten. Im Allgemeinen war die Ansicht der Menschen, ein Nebelheym'sches Luftschiff sei unmöglich. Die Fremden hätten zu dessen Bau besondere Materialien besessen, die es in diesem Teil der Welt nicht gibt. Mit einer knappen Mehrheit wurde trotzdem entschieden, den Ingenieuren Material und Mittel zur Verfügung zu stellen. Ende des Winters 896 YK (58 NE) gelang trotz einiger heftiger Rückschläge der Durchbruch. Das erste funktionsfähige Luftschiff wurde gestartet. Es blieb kaum Zeit für Jubel, die Produktion lief sofort an.
  +
  +
Anfang Herbst 894 YK (58 NE), gerade noch rechtzeitig, bevor das Wetter ein solches Unternehmen verhindern konnte, gelang es 12 Luftschiffen das Rote Gebirge von Osten her, an einer vergleichsweise niedrigen Stelle zu überqueren. Gestartet wurden 26. Sie alle waren mit so vielen Bomben bestückt, wie sie gerade noch tragen konnten. Sie erreichten die Westseite ein ganzes Stück südlich von Isvart, der Provinzhauptstadt. An den Tagen danach warfen sie ihre Fracht auf die Bergbauanlagen, Produktionsstätten und Militärgebäude entlang des Gebirges ab, die identifiziert werden konnten. Augenzeugenberichte aus dieser Zeit vergleichen die Geschehnisse mit dem Weltuntergang. Alle Luftschiffe fanden ihren Weg zurück in den Osten, wo sie mit großer Spannung erwartet wurden. Dieser ersten Mission folgten in den nachfolgenden Monaten hunderte Weitere, denen die Verbände des Königreichs nichts entgegenzusetzen hatten. Unter Luftschiffangriffen wurde die Frontlinie durchbrochen und die Armeen marschierten nach Regalsther.
  +
  +
Am 3. Mail 896 YK (60 NE) wurde der Königspalast durch Luftschiffbomben vollständig zerstört, nachdem die darin verbarrikadierten Verbände keiner Kapitulation zustimmten. Dabei kamen alle Personen im Gebäudekomplex ums Leben, darunter nahezu die gesamte Königsfamilie. Verbliebene Regimenter im restlichen Land ergaben sich daraufhin bedingungslos.
  +
  +
Der Schwarze Krieg hatte tiefgreifende Veränderungen des Lebens in Nebelheym zur Folge. Da der Sieg so entgegen der Erwartungen erreicht wurde, sorgte er für einige Probleme in der darauffolgenden Zeit. Das Land konnte nicht zusammengehalten werden. De Facto übernahmen lokale Machthaber die Kontrolle. Auch die Maschinenallianz zerfiel und der Rat in der neuen Hauptstadt Landrons wurde aufgelöst. Erst deutlich später konnte die Regierungsfähigkeit wiederhergestellt werden.

Version vom 2. Oktober 2020, 14:18 Uhr

Der Schwarze Krieg war ein auf dem ganzen Kontinent geführter Konflikt der bisherigen dominanten Macht Regalsther und dem rebellierenden Verbund der östlichen Industriestädte mit Landrons an ihrer Spitze. Dieser Krieg betraf alle Regionen und Bevölkerungsschichten und prägte sich tief ins Gedächtnis der Menschen von Nebelheym.

Am 27. März 879 YK (43 NE) wurde der abgesetzte Statthalter Jonah Pattrick Fitzpatterick durch den Rat der Stadt Landrons zum Tode durch Erhängen verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet. Es wurde versucht, alle königstreuen Boten in Gewahrsam zu nehmen. Dies misslang und die Hauptstadt erfuhr ca. eine Woche später davon. Der Rat nutzte seine in den vergangenen Jahrzehnten aufgebauten Verbindungen, um die Aufstellung und Mobilmachung eines Heeres zu koordinieren. Vor allem und zuerst mussten jedoch die Garnisonen des königlichen Heeres besetzt und geräumt werden. Zu dieser Zeit traten die vielen Untergrundorganisationen zu Tage, die sich bereits lange vor der Ankunft der Fremden geformt und vernetzt hatten. Bevor die Statthalter und Offiziere der königlichen Armee Befehle erreichen konnten, wurden sie abgesetzt, entwaffnet und sie und ihre Soldaten provisorisch inhaftiert. Vielerorts, wo die Soldaten aus der Umgebung zwangsrekrutiert worden waren, kam es zu Überläufen ganzer Kompanien. Insgesamt verlor Regalsther über 350.000 Soldaten, mehr als die Hälfte lief über. In Ermangelung ausreichender Ressourcen, die zu Anfang des Konflikts bereitstanden, entkam jedoch der größte Teil der Inhaftierten und fand nach und nach seinen Weg in den Westen.

Alle Industriebetriebe wurden auf die Produktion von Kriegsgütern umgestellt. Die Eisenbahnstrecken wurden massiv und schnell ausgebaut. Ein entscheidender Faktor war die Produktion von Holzkohle. Vor dem Krieg konnte von den Westhängen des Roten Gebirges Steinkohle eingekauft werden. Diese Quelle fiel nun weg. Die ohnehin gestiegene Abholzung der Wälder nahm hierdurch nochmals stark zu. Erze waren auch auf der Ostseite des Gebirges in großen Mengen vorhanden.

In der Anfangszeit des Krieges war das Königreich klar im Vorteil. Es konnten recht schnell Truppen mobilisiert werden, da das Militär stets eine wichtige Stellung in der Verwaltung des Reiches hatte. Wenngleich auch nicht mit einer Rebellion dieses Ausmaßes gerechnet wurde. Die Städte und Gebiete im Osten Nebelheyms bildeten eine Allianz. Der Rat Landrons' erhielt den Oberbefehl über das Heer und berief im Gegenzug weitere Ratsmitglieder aus den anderen Städten ein. Dem Bündnis gab man im Nachhinein den Namen "Maschinenallianz".

In den ersten Monaten des Krieges nutzte das Königreich seine starke Position aus und eroberte viele abgespaltene Gebiete südlich des Roten Gebirges. Große Gefechte gab es dabei kaum. Die Hauptanstrengungen der Maschinenallianz galten der Sicherung von Ressourcen. Man war sich bewusst, ein offenes Gefecht gegen die zahlenmäßig überlegenen Truppen Regalsthers nicht gewinnen zu können. Der Plan war, den Vormarsch zu stoppen indem man den Vorteil der inneren Linie und des Verteidigers ausnutzt, ohne die unersetzlichen Industriestädte östlich des Roten Gebirges zu verlieren. Anschließend sollte der Status Quo gehalten werden, um den Krieg unrentabel für Regalsther zu machen und das Königreich in einen Verhandlungsfrieden zu zwingen. Es ist fraglich, ob sich der König auf solche Verhandlungen eingelassen hätte, da für ihn ausschließlich die vollständige Rückeroberung in Frage kam. Schlussendlich verlief der Krieg aber anders, als von beiden Parteien vorausgesehen.

Im Winter 879 YK (43 NE) kam es zur Schlacht bei Hunter's Den. Der Ort, etwa 50 km südwestlich von Landrons gelegen, wurde frühzeitig von der Maschinenallianz ausgewählt, um den Vormarsch der königlichen Truppen zu stoppen, da das Gelände als besonders günstig erachtet wurde. Die Schlacht dauerte über 7 Monate. Anfang des Sommers 880 YK (40 NE) wurden die, für beide Seiten, verlustreichen Angriffe auf die Allianz-Stellungen ohne Raumgewinn beendet.

Diese Errungenschaft wurde in den Städten der Allianz gefeiert. Die Strategie, Verhandlungen zu erzwingen, indem man nur nicht verlor, schien aufzugehen. Es wurden Diplomaten geschickt, die die Gespräche aufnehmen sollten. Sie kehrten jedoch nicht nach Landrons zurück. Der König ließ die Gesandten hinrichten und befahl seinen Generälen, die Angriffe zu verstärken. Aus seiner Sicht musste ganz Nebelheym wieder eingenommen werden.

Der Konflikt wandelte sich in einen ausgeprägten Stellungskrieg. Es zogen sich Gräben vom Roten Gebirge, bis an die Ostküste. In der Folge wurden hauptsächlich von der Seite des Königreiches, viele Angriffe ausgeführt. Diese versandeten jedoch sämtlich. Die Frontlinie verschob sich in den nächsten 14 Jahren niemals mehr als 200 Meter.

Während dieser Periode entwickelte sich die Versorgung der östlichen Industrie mit Kohle zu einem massiven Problem. Ohne günstige Kohle aus dem Westen, musste die hochwertige Holzkohle, die eigentlich für die Stahlproduktion benötigt wird, zum Heizen verwendet werden. Die extrem gesteigerte Produktion führte zu erheblicher Rodung der Wälder im Norden. Hierdurch wurden die Baumbestände knapp und immer schwerer erreichbar.

Eine entscheidende Entdeckung gelang, als es fast zu spät war. Die Kohleversorgung wurde in Teilen bereits rationiert, als im Südosten Nebelheyms Braunkohle entdeckt wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Ländereien südlich der Steppen vom Krieg nur indirekt betroffen. Von dort wurden hauptsächlich Soldaten eingezogen. Die Maschinenallianz besetzte die ausgedehnte Halbinsel an der Südostküste und baute unmittelbar danach bereits Kohle im großen Stil ab. In der Zeit danach wurde die Region Schauplatz einiger heftiger Gefechte. Auch im östlichen Golf fanden Kämpfe statt, hier zwischen den Flotten der Gegner. Landrons konnte schlussendlich die Versorgung mit Kohle sicherstellen und stabilisierte die Lage damit wieder.

Mit fortschreitender Zeit wurden neue Möglichkeiten gesucht, die festgefahrene Front in Bewegung zu setzen. Auf wiederholtes Drängen einer Ingenieursgruppe in Landrons wurde schließlich ein Programm finanziert, dass die Entwicklung eines Luftschiffes zum Ziel hatte. Es gab dazu schon deutlich früher Versuche, die teils in katastrophalen Misserfolgen endeten. Im Allgemeinen war die Ansicht der Menschen, ein Nebelheym'sches Luftschiff sei unmöglich. Die Fremden hätten zu dessen Bau besondere Materialien besessen, die es in diesem Teil der Welt nicht gibt. Mit einer knappen Mehrheit wurde trotzdem entschieden, den Ingenieuren Material und Mittel zur Verfügung zu stellen. Ende des Winters 896 YK (58 NE) gelang trotz einiger heftiger Rückschläge der Durchbruch. Das erste funktionsfähige Luftschiff wurde gestartet. Es blieb kaum Zeit für Jubel, die Produktion lief sofort an.

Anfang Herbst 894 YK (58 NE), gerade noch rechtzeitig, bevor das Wetter ein solches Unternehmen verhindern konnte, gelang es 12 Luftschiffen das Rote Gebirge von Osten her, an einer vergleichsweise niedrigen Stelle zu überqueren. Gestartet wurden 26. Sie alle waren mit so vielen Bomben bestückt, wie sie gerade noch tragen konnten. Sie erreichten die Westseite ein ganzes Stück südlich von Isvart, der Provinzhauptstadt. An den Tagen danach warfen sie ihre Fracht auf die Bergbauanlagen, Produktionsstätten und Militärgebäude entlang des Gebirges ab, die identifiziert werden konnten. Augenzeugenberichte aus dieser Zeit vergleichen die Geschehnisse mit dem Weltuntergang. Alle Luftschiffe fanden ihren Weg zurück in den Osten, wo sie mit großer Spannung erwartet wurden. Dieser ersten Mission folgten in den nachfolgenden Monaten hunderte Weitere, denen die Verbände des Königreichs nichts entgegenzusetzen hatten. Unter Luftschiffangriffen wurde die Frontlinie durchbrochen und die Armeen marschierten nach Regalsther.

Am 3. Mail 896 YK (60 NE) wurde der Königspalast durch Luftschiffbomben vollständig zerstört, nachdem die darin verbarrikadierten Verbände keiner Kapitulation zustimmten. Dabei kamen alle Personen im Gebäudekomplex ums Leben, darunter nahezu die gesamte Königsfamilie. Verbliebene Regimenter im restlichen Land ergaben sich daraufhin bedingungslos.

Der Schwarze Krieg hatte tiefgreifende Veränderungen des Lebens in Nebelheym zur Folge. Da der Sieg so entgegen der Erwartungen erreicht wurde, sorgte er für einige Probleme in der darauffolgenden Zeit. Das Land konnte nicht zusammengehalten werden. De Facto übernahmen lokale Machthaber die Kontrolle. Auch die Maschinenallianz zerfiel und der Rat in der neuen Hauptstadt Landrons wurde aufgelöst. Erst deutlich später konnte die Regierungsfähigkeit wiederhergestellt werden.